Blazar Sentinel 35–60mm 1.33X: Blazars erstes anamorphes Vollformat-Zoomobjektiv
Mit dem Blazar Sentinel 35–60mm 1.33X stellt Blazar sein erstes anamorphes Zoomobjektiv vor. Das neue Cine-Objektiv kombiniert einen vielseitigen Brennweitenbereich, Vollformat-Abdeckung, einen moderaten anamorphotischen Squeeze-Faktor und ein außergewöhnlich kompaktes Gehäuse. Es wurde für Filmemacher:innen entwickelt, die den unverwechselbaren Charakter anamorpher Aufnahmen nutzen möchten, ohne auf die Flexibilität eines Zoomobjektivs zu verzichten.
Das Sentinel deckt einen Brennweitenbereich von 35 bis 60mm ab, bietet eine variable Lichtstärke von T2.2 bis T2.8 und wiegt nur ungefähr 970g. Darüber hinaus verfügt es über ein parfokales Optikdesign, einen Bildkreis von 36 × 24mm, warme Amber-Flares, ovales Bokeh und native Objektivanschlüsse für Sony E, Canon RF und Leica L.
In diesem Artikel werfen wir einen ausführlichen Blick auf das Blazar Sentinel. Wir erklären, was der 1.33X-Squeeze in der Praxis bedeutet, für welche Kameras und Produktionen das Objektiv geeignet ist und weshalb ein kompaktes anamorphes Vollformat-Zoomobjektiv für moderne Filmemacher:innen besonders interessant sein kann.
Das Blazar Sentinel 35–60mm im Überblick
Das Blazar Sentinel ist ein vollständig manuelles anamorphes Cine-Zoomobjektiv für Vollformatkameras. Sein Brennweitenbereich beginnt bei 35mm und reicht bis 60mm. Damit deckt es mehrere der am häufigsten verwendeten Perspektiven moderner Filmproduktionen ab: von breiteren Umgebungseinstellungen und natürlichen Halbtotalen bis hin zu Porträts und engeren Detailaufnahmen.
Im Gegensatz zu einem Satz anamorpher Festbrennweiten kannst du den Bildausschnitt beim Sentinel direkt am Objektiv anpassen. Das kann Produktionen schneller und effizienter machen, wenn du unter Zeitdruck arbeitest, wechselnden Motiven folgst oder an Orten filmst, an denen sich die Kameraposition nicht ohne Weiteres verändern lässt.
- Brennweitenbereich: 35–60mm
- Anamorpher Squeeze: 1.33X
- Sensorabdeckung: Vollformat
- Bildkreis: 36 × 24mm
- Maximale Lichtstärke: T2.2 bei 35mm bis T2.8 bei 60mm
- Fokusdesign: Parfokal
- Naheinstellgrenze: 0,83m
- Fokusweg: 200°
- Blendenlamellen: 16
- Flare-Farbe: Amber
- Gewicht: Ungefähr 970g
- Objektivanschlüsse: Sony E, Canon RF und Leica L
Blazars erstes anamorphes Zoomobjektiv
Blazar ist vor allem für kompakte und vergleichsweise zugängliche anamorphe Festbrennweiten bekannt geworden. Produktserien wie Mantis, Remus, Cato, Viper, Beetle und Talon wurden für unterschiedliche Sensorformate, Produktionsarten und visuelle Vorlieben entwickelt.
Das Sentinel stellt einen neuen Schritt für die Marke dar. Es ist Blazars erstes anamorphes Zoomobjektiv und kombiniert den visuellen Charakter anamorpher Optiken mit der praktischen Flexibilität eines Cine-Zoomobjektivs.
Für kleinere Produktionsteams und schnelllebige Drehs kann ein Zoomobjektiv einen erheblichen Unterschied machen. Anstatt die Kamera aus einem Rig zu nehmen, Objektive zu wechseln, Filter umzusetzen, einen Gimbal neu auszubalancieren und Objektivmotoren neu zu positionieren, können Filmemacher:innen ihren Bildausschnitt direkt innerhalb des verfügbaren Zoombereichs verändern.
Das Sentinel soll nicht jede anamorphe Festbrennweite ersetzen. Es deckt jedoch einen besonders praxisnahen Brennweitenbereich ab und kann es ermöglichen, einen großen Teil einer Produktion mit nur einem Objektiv zu drehen.
35–60mm: Ein vielseitiger Vollformat-Brennweitenbereich
Auf einer Vollformatkamera reicht das Sentinel von einer moderaten Weitwinkelperspektive bis zu einer kurzen Tele- beziehungsweise Porträtbrennweite. Durch den anamorphotischen 1.33X-Squeeze ist sein horizontales Sichtfeld breiter als das eines sphärischen Objektivs mit derselben angegebenen Brennweite.
35mm für Umgebung und Bewegung
Am kurzen Ende eignet sich das Sentinel für Establishing Shots, Innenräume, Architektur, dynamische Handheld-Aufnahmen und Szenen, in denen sowohl das Motiv als auch seine Umgebung sichtbar bleiben sollen.
Das erweiterte horizontale Sichtfeld unterstützt breite Bildkompositionen, ohne dass dafür eine extrem kurze Brennweite erforderlich ist. Dadurch lassen sich natürlichere Gesichtsproportionen und Perspektiven beibehalten, während gleichzeitig ein breites cineastisches Bild entsteht.
40–50mm für natürliche Perspektiven
Der mittlere Zoombereich eignet sich besonders für Dialogszenen, dokumentarische Aufnahmen, Interviews, Werbeproduktionen und vielseitige Allround-Aufnahmen. Diese Brennweiten erzeugen eine natürliche Perspektive und funktionieren sowohl für Einzelpersonen als auch für Einstellungen mit zwei Personen.
Dieser Bereich ist besonders hilfreich, wenn eine enge Verbindung zwischen Publikum und Motiv entstehen soll, ohne übermäßige Weitwinkelverzerrungen oder eine starke Telekompression zu erzeugen.
60mm für Porträts und Details
Bei 60mm bietet das Sentinel eine stärker komprimierte Perspektive, die sich gut für Porträts, Nahaufnahmen, Produktdetails und emotional fokussierte narrative Einstellungen eignet.
In Kombination mit dem ovalen anamorphotischen Bokeh kann das längere Ende des Zoombereichs eine gute Freistellung des Motivs und ein intimeres cineastisches Bild erzeugen.
Was bedeutet der anamorphe 1.33X-Squeeze?
Ein anamorphes Objektiv komprimiert das horizontale Sichtfeld auf den Kamerasensor. Beim Monitoring oder in der Postproduktion wird das Bild anschließend entzerrt, um die vorgesehenen Proportionen wiederherzustellen.
Das Sentinel verwendet einen 1.33X-Squeeze-Faktor. Dieser fällt moderater aus als die Squeeze-Faktoren von 1.5X, 1.6X, 1.8X oder 2X, die bei vielen anderen anamorphotischen Objektiven verwendet werden.
Ein 1.33X-Squeeze bietet mehrere praktische Vorteile. Er erzeugt ein breiteres horizontales Sichtfeld und sichtbare anamorphotische Eigenschaften, bleibt dabei aber vergleichsweise einfach zu überwachen, zu komponieren und in der Postproduktion zu bearbeiten.
Das Ergebnis ist ein zugänglicher anamorpher Workflow, der sich besonders für Owner-Operator:innen, Dokumentarfilmer:innen, Werbeteams und Produktionen mit kompakten spiegellosen Kameras oder Cine-Kameras eignet.
Seitenverhältnisse und Desqueeze
Das endgültige Bildformat hängt vom Seitenverhältnis des Sensors und vom verwendeten Aufnahmemodus der Kamera ab.
Verwendung eines 4:3-Aufnahmemodus
Wird ein anamorphes 1.33X-Objektiv mit einer 4:3-Sensorfläche verwendet, entspricht das entzerrte Bild ungefähr einem 16:9-Format. Abhängig vom exakten Aufnahmeformat und dem in der Postproduktion verwendeten Beschnitt kann außerdem ein breiteres cineastisches Seitenverhältnis erzeugt werden.
Verwendung eines 16:9-Aufnahmemodus
Bei einer 16:9-Sensoraufnahme erzeugt der 1.33X-Squeeze nach dem Entzerren ein breiteres Panoramaformat. Das ist besonders für Filmemacher:innen interessant, die ein cineastisches Breitbildformat erstellen möchten, ohne einen sehr starken anamorphotischen Squeeze zu verwenden.
Viele moderne Kameras und externe Monitore bieten eine 1.33X-Desqueeze-Vorschau. Dadurch lässt sich das Bild bereits während der Produktion korrekt beurteilen und komponieren.
Vollformat-Abdeckung über den gesamten Zoombereich
Das Sentinel ist für einen Bildkreis von 36 × 24mm ausgelegt und deckt damit Vollformatsensoren über den gesamten Brennweitenbereich von 35 bis 60mm ab.
Die Vollformat-Abdeckung ist besonders wichtig, da mittlerweile viele kompakte Cine-Kameras und spiegellose Kamerasysteme großformatige Sensoren verwenden. Das Sentinel kann daher ohne einen Super-35-Crop-Modus genutzt werden, sofern Kamera und gewählter Objektivanschluss miteinander kompatibel sind.
Das Objektiv eignet sich für eine Reihe moderner Vollformatkameras von Sony, Canon, Panasonic, Blackmagic Design und weiteren Herstellern. Die genaue Kompatibilität hängt vom Kameragehäuse, dem gewählten Anschluss und dem verfügbaren mechanischen Platz rund um das Kamerabajonett ab.
Durch die Vollformat-Abdeckung können Filmemacher:innen außerdem von breiteren Sichtfeldern, einer geringeren Schärfentiefe und den allgemeinen Bildeigenschaften größerer Sensoren profitieren.
Ovales Bokeh und warme Amber-Flares
Anamorphe Objektive werden nicht nur wegen ihres breiteren Sichtfelds geschätzt, sondern auch wegen ihres unverwechselbaren Bildcharakters. Das Sentinel wurde so entwickelt, dass es sichtbare anamorphotische Eigenschaften erzeugt und gleichzeitig für moderne Produktionen praktikabel bleibt.
Ovales Bokeh
Unscharfe Lichtpunkte werden oval dargestellt und nicht kreisförmig, wie es bei vielen sphärischen Objektiven üblich ist. Dadurch erhält das Bild sofort eine erkennbare anamorphotische Qualität.
Der Effekt wird besonders sichtbar, wenn mit einer weit geöffneten Blende, längeren Brennweiten und einem ausreichenden Abstand zwischen Motiv und Hintergrund gefilmt wird.
Warme Amber-Flares
Das Sentinel erzeugt warme horizontale Amber-Flares. Im Vergleich zu kräftigen blauen Flares können Amber-Flares eine weichere und organischere Wirkung erzeugen, die gut mit Hauttönen, Sonnenuntergängen, praktischen Lichtquellen und warmem Produktionsdesign harmoniert.
Der Flare-Charakter ist ausdrucksstark, soll dabei aber kontrollierbar bleiben. Wie bei allen anamorphotischen Objektiven hängt das genaue Erscheinungsbild von der Art, dem Winkel und der Intensität der Lichtquelle ab.
Cineastische Wiedergabe von Spitzlichtern
Anamorphotische Optiken können auch beeinflussen, wie sich Spitzlichter ausdehnen, überstrahlen und in die umliegenden Bildbereiche übergehen. Diese Eigenschaften tragen zur cineastischen Persönlichkeit des Objektivs bei und können ein strukturierteres Bild erzeugen als ein technisch neutrales sphärisches Zoomobjektiv.
Variable Lichtstärke von T2.2 bis T2.8
Das Blazar Sentinel bietet eine maximale Lichtstärke von T2.2 bei 35mm, die sich schrittweise auf T2.8 bei 60mm verändert. Es handelt sich somit um ein Zoomobjektiv mit variabler Lichtstärke und nicht um ein Cine-Zoomobjektiv mit konstanter Blende.
T2.2 am kurzen Ende bietet eine ausreichende Lichttransmission für viele kontrollierte Lichtsituationen, Aufnahmen mit vorhandenem Licht und Low-Light-Szenarien. Die Lichtstärke ermöglicht zudem eine gute Freistellung des Motivs und eine wirkungsvolle Nutzung des ovalen anamorphotischen Bokehs.
Am längeren Ende reduziert sich die maximale Lichtstärke auf T2.8. Das bedeutet, dass sich die Belichtung beim Zoomen von 35 auf 60mm verändern kann, während der Blendenring auf der maximalen Öffnung eingestellt bleibt.
Die eingravierten Blendenmarkierungen sind bei 35mm kalibriert. Bei anderen Brennweiten sollten sie als Referenzwerte betrachtet werden.
Bei kontrollierten Zoomfahrten während einer Aufnahme sollte die Belichtung deshalb vorab getestet werden, insbesondere wenn nahe an der maximalen Blendenöffnung gearbeitet wird.
Parfokales Zoomdesign
Eine der wichtigsten Eigenschaften eines professionellen Cine-Zoomobjektivs ist seine parfokale Leistung. Ein parfokales Objektiv ist so konstruiert, dass die gewählte Fokusebene bei einer Veränderung der Brennweite erhalten bleibt.
Das Blazar Sentinel verwendet ein parfokales Optikdesign. Dadurch kannst du zwischen 35 und 60mm zoomen, ohne nach jeder Veränderung der Brennweite vollständig neu fokussieren zu müssen.
Das ist besonders hilfreich für:
- Sichtbare Zoomfahrten während einer Aufnahme
- Dokumentarische Produktionen und Eventaufnahmen
- Live-Produktionen
- Schnelles Anpassen des Bildausschnitts zwischen einzelnen Takes
- Ferngesteuerte Kamerasysteme
- Motorisierte Zoom- und Fokus-Setups
In realen Produktionssituationen kann die parfokale Leistung dennoch von mechanischen Toleranzen, der Genauigkeit des Objektivanschlusses und dem Auflagemaß der Kamera beeinflusst werden. Wie bei jedem Cine-Zoomobjektiv sollten Backfokus und Fokusverhalten vor einer wichtigen Produktion mit dem jeweiligen Kamera-Setup überprüft werden.
Fokussierung und Naheinstellgrenze
Das Sentinel verfügt über einen Fokusweg von 200°. Dieser bietet genügend Weg für präzises manuelles Fokussieren und bleibt gleichzeitig praktikabel für Solo-Operator:innen und kompakte Produktionen.
Ein besonders langer Fokusweg kann einem eigenen Focus Puller noch mehr Präzision bieten, für Handheld-Operator:innen jedoch langsamer in der Bedienung sein. Der Fokusweg von 200° stellt daher einen ausgewogenen Kompromiss zwischen genauer Fokuskontrolle und schneller Bedienung dar.
Die Naheinstellgrenze liegt bei ungefähr 0,83m. Das eignet sich für viele Halbtotalen, Porträts, Interviews und Detailaufnahmen, auch wenn es sich nicht um ein Makroobjektiv handelt.
Für engere Nahaufnahmen können Diopter oder eine veränderte Kameraposition erforderlich sein. Die Kompatibilität mit Dioptern hängt vom verwendeten Filter- oder Matte-Box-System ab.
Standardisierte Cine-Zahnkränze ermöglichen die Integration des Sentinel in manuelle Follow-Focus-Systeme, drahtlose Fokusmotoren und ferngesteuerte Objektivsteuerungen.
Kompakte und leichte Konstruktion
Mit einem Gewicht von ungefähr 970g ist das Sentinel für ein anamorphes Vollformat-Cine-Zoomobjektiv außergewöhnlich leicht.
Herkömmliche anamorphe Zoomobjektive können groß, schwer und aufwendig im Rigging sein. Ihr Gewicht erfordert häufig eine umfangreiche Objektivstütze, größere Stative, leistungsfähigere Gimbals und komplexere Kameraaufbauten.
Das Sentinel verfolgt einen anderen Ansatz. Durch sein vergleichsweise geringes Gewicht eignet es sich für:
- Kompakte Cine-Kameras
- Spiegellose Kamera-Rigs
- Handheld-Aufnahmen
- Schulter-Setups
- Fahrzeughalterungen
- Slider und Kamerakräne
- Ferngesteuerte Kamerasysteme
- Entsprechend belastbare Gimbals
Das Objektiv besitzt einen Frontdurchmesser von 80mm und ein 77mm-Filtergewinde. Dadurch ist es mit vielen gängigen Matte-Box-, Filter- und Objektivzubehörsystemen kompatibel.
Trotz des geringen Gewichts kann abhängig vom Kameragehäuse, Objektivanschluss, Follow-Focus-System und Einsatzzweck eine geeignete Objektivstütze sinnvoll sein.
Erhältlich mit Sony E-, Canon RF- und Leica L-Mount
Das Blazar Sentinel 35–60mm ist mit drei nativen Anschlüssen für spiegellose Kameras erhältlich:
- Sony E-Mount
- Canon RF-Mount
- Leica L-Mount
Durch diese Anschlüsse eignet sich das Sentinel für zahlreiche moderne spiegellose Vollformatkameras und Cine-Kameras.
Sony E-Mount
Die Sony-E-Mount-Version eignet sich für ausgewählte Kameras der Sony-Alpha- und Cinema-Line-Serie sowie für weitere Cine-Kameras mit E-Mount-Anschluss.
Canon RF-Mount
Die Canon-RF-Version wurde für kompatible Canon-EOS-R- und Cinema-EOS-Kameras mit RF-Mount entwickelt.
Leica L-Mount
Die L-Mount-Version ist mit ausgewählten Kameras von Panasonic, Leica, Sigma und weiteren Mitgliedern des L-Mount-Systems kompatibel.
Das Sentinel ist ein vollständig manuelles Cine-Objektiv. Es bietet keinen Autofokus, keine elektronische Blendensteuerung und keine elektronische Kommunikation mit dem Kameragehäuse.
Praktische Einsatzmöglichkeiten
Die Kombination aus einem Brennweitenbereich von 35 bis 60mm, Vollformat-Abdeckung, einem anamorphotischen 1.33X-Squeeze und der kompakten Konstruktion macht das Sentinel für eine Vielzahl unterschiedlicher Produktionen geeignet.
Narrative Filmproduktionen
Bei narrativen Produktionen kann das Sentinel Establishing Shots, Dialogszenen, Halbtotalen, Porträts und Nahaufnahmen abdecken, ohne dass häufige Objektivwechsel erforderlich sind.
Der einheitliche optische Charakter über den gesamten Zoombereich hilft außerdem dabei, innerhalb einer Szene einen konsistenten Look beizubehalten.
Dokumentarische Arbeit
Dokumentarfilmer:innen müssen häufig schnell auf unvorhersehbare Situationen reagieren. Mit einem Zoomobjektiv lässt sich der Bildausschnitt leichter anpassen, wenn keine Zeit besteht, die Kamera zu bewegen oder das Objektiv zu wechseln.
Das vergleichsweise geringe Gewicht des Sentinel ist außerdem bei Handheld- und Schulter-Setups für dokumentarische Produktionen von Vorteil.
Werbefilme und Markeninhalte
Werbeproduktionen können vom cineastischen Flare-Charakter, dem ovalen Bokeh und dem flexiblen Brennweitenbereich des Objektivs profitieren. Das Sentinel kann sich unter anderem für Produktfilme, Lifestyle-Kampagnen, Automotive-Content und visuell markante Markenproduktionen eignen.
Musikvideos
Musikvideos nutzen häufig Flares, Lichteffekte und ausdrucksstarke Kamerabewegungen als kreative Gestaltungsmittel. Die Amber-Flares und das anamorphotische Bokeh des Sentinel unterstützen diesen Stil, während der Zoombereich bei schnelllebigen Drehs zusätzliche Flexibilität bietet.
Hochzeiten und Events
Eventfilmer:innen arbeiten häufig in Situationen, in denen Objektivwechsel schwierig oder riskant sind. Ein kompaktes anamorphes Zoomobjektiv kann dabei helfen, breite Aufnahmen der Location, mittlere Einstellungen und emotionale Nahaufnahmen mit nur einem Objektiv einzufangen.
Gimbal- und Fahrzeugaufnahmen
Mit einem Gewicht von ungefähr 970g kann das Sentinel für größere Gimbals und fahrzeugmontierte Kamerasysteme geeignet sein, sofern das vollständige Kamera-Setup innerhalb der Traglast- und Balancegrenzen des Stabilisierungssystems bleibt.
Anamorphes Zoomobjektiv oder anamorphe Festbrennweiten?
Die Entscheidung zwischen einem anamorphotischen Zoomobjektiv und einem Satz Festbrennweiten hängt von der jeweiligen Produktion, dem gewünschten Bildcharakter und der bevorzugten Arbeitsweise ab.
Vorteile des Sentinel-Zoomobjektivs
- Schnelleres Anpassen des Bildausschnitts ohne Objektivwechsel
- Weniger Objektive am Set erforderlich
- Selteneres Neuausbalancieren von Gimbals und Kamera-Rigs
- Mehr Flexibilität an beengten Drehorten
- Einheitlicher optischer Charakter über den gesamten Brennweitenbereich
- Geeignet für dokumentarische und flexible Run-and-Gun-Produktionen
- Geringeres Risiko, den Kamerasensor während eines Objektivwechsels freizulegen
Vorteile anamorpher Festbrennweiten
- Potentiell höhere maximale Lichtstärke
- Größere Auswahl an Brennweiten
- Unterschiedliche optische Charakteristika verschiedener Objektivserien
- Einzelne Objektive sind häufig kleiner und leichter
- Potentiell geringere Naheinstellgrenzen
- Stärker ausgeprägte anamorphotische Effekte bei höheren Squeeze-Faktoren
Das Sentinel ist besonders für Filmemacher:innen interessant, die Wert auf Geschwindigkeit und Vielseitigkeit legen. Festbrennweiten bleiben dagegen die bessere Wahl, wenn maximale Lichtstärke, bestimmte Brennweiten oder ein stärker ausgeprägter anamorphotischer Look höchste Priorität haben.
Bei vielen Produktionen können sich beide Ansätze ergänzen. Das Sentinel kann als Hauptobjektiv dienen, während ausgewählte Festbrennweiten bei Bedarf breitere, längere oder lichtstärkere Optionen bereitstellen.
Für wen eignet sich das Blazar Sentinel?
Das Sentinel wurde für Filmemacher:innen entwickelt, die echte anamorphotische Bildeigenschaften in einem praxisgerechten und kompakten Zoomformat suchen.
Es eignet sich besonders für:
- Owner-Operator:innen mit Vollformat-Cine-Kameras
- Unabhängige Filmemacher:innen
- Kleine Produktionsfirmen
- Dokumentarische Kamera-Operator:innen
- Werbefilmer:innen
- Hochzeits- und Eventfilmer:innen
- Musikvideoproduktionen
- Filmemacher:innen mit Handheld- oder Schulter-Rigs
- Teams mit ferngesteuerten Objektivsteuerungen
- Nutzer:innen, die mehrere Brennweiten durch ein anamorphes Zoomobjektiv ersetzen möchten
Weniger geeignet kann es für Produktionen sein, die Autofokus, elektronische Objektivmetadaten, eine besonders geringe Naheinstellgrenze, eine konstante T-Blende oder einen stärkeren anamorphotischen Squeeze von 1.8X oder 2X benötigen.
Wichtige Punkte vor dem Kauf
Das Sentinel bietet eine ungewöhnliche Kombination verschiedener Eigenschaften. Vor dem Kauf sollten jedoch mehrere Punkte berücksichtigt werden.
Variable maximale Lichtstärke
Die maximale Lichtstärke verändert sich von T2.2 bei 35mm auf T2.8 bei 60mm. Während einer sichtbaren Zoomfahrt kann sich deshalb die Belichtung verändern.
Vollständig manuelle Bedienung
Das Objektiv bietet keinen Autofokus, keine elektronische Blendensteuerung und keine elektronische Kommunikation mit der Kamera. Fokus, Zoom und Blende müssen manuell oder über externe Motoren gesteuert werden.
Moderater anamorpher Squeeze
Der 1.33X-Squeeze bietet einen praxisgerechten Workflow und sichtbare anamorphotische Eigenschaften. Der Effekt ist jedoch in der Regel weniger extrem als bei Objektiven mit einem Squeeze-Faktor von 1.8X oder 2X.
Naheinstellgrenze
Die Naheinstellgrenze von 0,83m ist für viele Anwendungen geeignet. Für besonders enge Nahaufnahmen können jedoch Diopter erforderlich sein.
Kompatibilität von Kamera und Objektivanschluss
Käufer:innen sollten die passende Mount-Version auswählen und die Kompatibilität mit Kameragehäuse, Cage, Adapter, Matte Box und Objektivstütze überprüfen.
Backfokus und parfokale Leistung prüfen
Für den professionellen Zoomeinsatz empfiehlt es sich, die Fokusstabilität und das Auflagemaß vor der Produktion mit dem vollständigen Kamera-Setup zu testen.
Technische Daten des Blazar Sentinel 35–60mm
| Produkt | Blazar Sentinel 35–60mm 1.33X anamorphes Zoomobjektiv |
|---|---|
| Objektivtyp | Anamorphes Vollformat-Cine-Zoomobjektiv |
| Brennweitenbereich | 35–60mm |
| Anamorpher Squeeze | 1.33X |
| Sensorabdeckung | Vollformat |
| Bildkreis | 36 × 24mm |
| Maximale Lichtstärke | T2.2 bei 35mm bis T2.8 bei 60mm |
| Blendentyp | Variable Lichtstärke |
| Blendenlamellen | 16 |
| Fokusdesign | Parfokal |
| Naheinstellgrenze | 0,83m / 2,72ft |
| Fokusweg | 200° |
| Flare-Farbe | Amber |
| Frontdurchmesser | 80mm |
| Filtergewinde | 77mm × 0,75 |
| Objektivanschlüsse | Sony E, Canon RF und Leica L |
| Länge | Ungefähr 153,1mm in der E-Mount-Ausführung |
| Gewicht | Ungefähr 970g |
| Objektivsteuerung | Vollständig manuell |
Häufig gestellte Fragen zum Blazar Sentinel
Ist das Blazar Sentinel ein Vollformat-Objektiv?
Ja. Das Sentinel wurde mit einem Bildkreis von 36 × 24mm entwickelt und bietet Vollformat-Abdeckung über den gesamten Zoombereich von 35 bis 60mm.
Welchen anamorphotischen Squeeze-Faktor verwendet das Sentinel?
Das Objektiv verwendet einen anamorphotischen Squeeze-Faktor von 1.33X.
Ist das Sentinel parfokal?
Ja. Das Objektiv wurde so entwickelt, dass der Fokus beim Zoomen zwischen 35 und 60mm erhalten bleibt. Die genaue Leistung sollte dennoch mit der jeweiligen Kamera- und Mount-Konfiguration getestet werden.
Hat das Blazar Sentinel eine konstante Lichtstärke?
Nein. Es handelt sich um ein Zoomobjektiv mit variabler Lichtstärke. Die maximale Lichtstärke beträgt T2.2 bei 35mm und verändert sich schrittweise auf T2.8 bei 60mm.
Welche Objektivanschlüsse sind erhältlich?
Das Sentinel ist mit Sony E-Mount, Canon RF-Mount und Leica L-Mount erhältlich.
Unterstützt das Sentinel Autofokus?
Nein. Das Objektiv wird vollständig manuell bedient und bietet weder Autofokus noch eine elektronische Blendensteuerung.
Wie viel wiegt das Sentinel?
Das Objektiv wiegt abhängig von der Mount-Ausführung ungefähr 970g.
Welche Farbe haben die Flares des Objektivs?
Das Sentinel erzeugt warme horizontale Amber-Flares.
Kann das Sentinel auf einem Gimbal verwendet werden?
Durch das vergleichsweise geringe Gewicht ist die Verwendung auf entsprechend belastbaren Gimbals möglich. Das vollständige Kamera-Setup muss innerhalb der Traglast- und Balancegrenzen des Gimbals bleiben.
Eignet sich das Sentinel für dokumentarische Produktionen?
Ja. Der Zoombereich, das kompakte Gewicht und das parfokale Design machen es besonders für dokumentarische und schnelllebige Produktionsumgebungen geeignet.
Können Filter direkt am Objektiv angebracht werden?
Ja. Das Objektiv verfügt über ein 77mm-Filtergewinde und einen Frontdurchmesser von 80mm.
Kann das Sentinel einen vollständigen Satz anamorpher Festbrennweiten ersetzen?
Es kann mehrere häufig verwendete Brennweiten abdecken. Bei Produktionen, die breitere, längere oder lichtstärkere Objektive benötigen, kann es jedoch nicht jede Festbrennweite ersetzen.
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Fazit: Eine neue Art von kompaktem anamorphem Zoomobjektiv
Das Blazar Sentinel 35–60mm 1.33X vereint mehrere Eigenschaften, die nur selten in einem einzigen Cine-Objektiv zu finden sind: Vollformat-Abdeckung, einen praxisgerechten Zoombereich, parfokale Fokusleistung, sichtbare anamorphotische Bildeigenschaften und ein Gehäuse mit einem Gewicht von weniger als einem Kilogramm.
Der Brennweitenbereich von 35 bis 60mm deckt viele der Perspektiven ab, die in narrativen, dokumentarischen, kommerziellen und eventbezogenen Filmproduktionen verwendet werden. Der moderate 1.33X-Squeeze bietet ein breiteres horizontales Sichtfeld, ovales Bokeh und warme Amber-Flares, während Monitoring und Postproduktion vergleichsweise unkompliziert bleiben.
Die variable Lichtstärke von T2.2 bis T2.8 und die Naheinstellgrenze von 0,83m sind wichtige Faktoren, die berücksichtigt werden sollten. Für Filmemacher:innen, die Wert auf Geschwindigkeit, Flexibilität und ein kompaktes Produktions-Setup legen, bietet das Sentinel jedoch eine überzeugende Alternative zu mehreren anamorphotischen Festbrennweiten.
Für Owner-Operator:innen, kleine Produktionsteams und Filmemacher:innen mit modernen spiegellosen Vollformatkameras oder Cine-Kameras könnte das Blazar Sentinel zu einem besonders praktischen Werkzeug werden: ein einziges Objektiv, das von breiten Umgebungseinstellungen bis zu intimen Porträts reicht und dabei einen einheitlichen anamorphotischen Charakter beibehält.
Das Ergebnis ist ein modernes anamorphes Zoomobjektiv, das nicht nur ein cineastisches Bild erzeugen, sondern anamorphes Filmemachen auch schneller, leichter und zugänglicher machen soll.
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